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Sushi, Bulgogi und Ta Moko
März 7th, 2010 by DieDiplomandin

1. Sushi

20100306__Heimkehr 018 20100306__Heimkehr 020 Nach einer wunderbar entspannten Nacht im Hotel June in Incheon, wurde ich mit dem Hotel-Shuttle wieder zum Flughafen gebracht. Dort hatte ich noch genügend Zeit zum shoppen. Zum Essen steuerte ich den Foodcourt im Obergeschoß an, der viele verschiedene Restaurants umfasst. Beim Hinflug hatte ich dort einen Burger, aber als ich heute das Sushi-Angebot sah, war klar, was ich hier essen wollte. Ich wählte eines der Fotos aus, wo das Bild und der Preis stimmte. Nach ca. fünfzehn Minuten bekam ich dann mein Sushi-Meal. Und was soll ich sagen. Das übertraf einfach alles, was ich in den letzten drei Monaten gegessen hatte. Die Suppe war einfach köstlich, hatte ein unbeschreibliches Aroma. Ich hätte nicht gedacht, dass diese Suppen so lecker sind. Das Sushi war super lecker und interessant.

Als nur noch das Tintenfisch-Sushi auf dem Teller lag, kam auch schon der Aufruf zum Boarding.


2. Bulgogi

Als der Flieger seine Reisehöhe und –geschwindigkeit erreicht hatte, wurden verschiedene (harte) Getränke, wie Whiskey, Cognac, Sekt, etc., gereicht. Ich wählte Whiskey-Cola, der mich schon nach ein paar Schlucken albern werden lies. Gut eingeschenkt, die Mädels. Kurz nach dieser Runde kamen die “Mädels” dann nochmal durch. Dieses Mal mit dem Mittagessen. Man konnte wieder zwischen zwei Mittagessen wählen und ich entschied mich nach dem tollen Sushi-Essen am Flughafen auch hier für koreanisches Essen. Und das war wieder echt der Hammer. Bulgogi ist ein klassisches koreanisches Mahl, das aus Reis, sehr fein geschnetzeltem Rinderfilet, rote Paste, Silberzwiebeln, Gimchi, und verschiedenen Blättern, wie Salatblätter, Sesamblätter, gezackte Blätter und Kräuterstengel, sowie der obligatorischen Suppe als Beilage besteht.  Meine Platznachbarin, eine Koreanerin, erklärte mir, wie man sich die besten Happen bastelt. Man nehme ein Blatt, fülle etwas Reis hinein, oben drauf kommt etwas von dem Beef-Gschnetzelten, darauf kommt etwas von der Paste. Dann versucht man das Blatt oben zusammenzuklappen. Das ganze Päckchen wird dann in den Mund gestopft, wo es dann passiert. Die Geschmacksexplosion, die beinah happy macht. Faszinierend, kann ich nur sagen. Wow. Ab sofort bin ich Fan von koreanischen Essen.

3. Ta Moko

Das war die tollste Reise, die ich je gemacht habe. Blöderweise habe ich so gut wie keine Andenken davon. Von Neuseeland konnte ich schon wegen der Vorschriften der Fluglinie Jetstar nichts mitnehmen, da jedes weitere Kilo Übergepäck 20 Dollar extra gekostet hätte.

Von Australien habe ich wenigstens zwei Taschen mit Mustern, die von Aborigines stammen, mitnehmen könne. Aber so insgesamt fehlt mir ein echtes Andenken an diese Wahnsinns Reise. Als ich durchs Desert fuhr, kam mir mal in den Sinn, dass ich mich tätowieren lassen könnte. Und als ich auf dem Weg nach Toowoon Beach ein Tattoo Studio sah, hielt ich an um einen Termin zu vereinbaren. Am besten wäre der letzte Tag meiner Reise gewesen. Das Motiv wählte ich schnell aus einem der Fotoalben aus. Es war eine Tätowierung im Indianer-Stil. Der Preis war auch schnell verhandelt und passte in mein Budget. Als ich zum Parkplatz lief, gingen mir plötzlich tausend Dinge durch den Kopf und ich merkte dass es ein Fehler war, dort einen Termin ausgemacht zu haben. Also ging ich wieder zurück und cancelte das ganze schnell. Und das war auch gut so. Denn mir war klar geworden, wenn ich schon eine Tätowierung machen lasse, dann sollte sie auch etwas mit mir und der Reise zu haben. Sprich: ich sollte mich mit ihr identifizieren können. Einfach irgendeine andere Tätowierung zu übernehmen, wäre totaler Quatsch. Es muss ein Unikat sein. Etwas, dass keiner hat und das meine Persönlichkeit unterstreicht. Und als ich am Abend im Internet surfte, kam mir die Idee dort mal nach Motiven der Maori zu schauen. Neben vielen Tattoo-Seiten entdeckte ich auch, dass genau an dem Wochenende, an dem mein Rückflug sein sollte, auch die 18. Internationale Tatoo Convention in Frankfurt stattfinden würde. Thema der Messe: “Polynesien/Südsee” mit Tätowierern aus aller Welt, auch aus Neuseeland. Damit war der Plan geschmiedet. Jetzt fehlte nur noch der Mut. 

20100306__Heimkehr 048Als ich dann auf der Convention ankam, kurz nach der Landung in Frankfurt, war der Mut und der Entschluss da. Es war übrigens rappelvoll. Zielstrebig suchte ich die Neuseeländische Ecke auf und traf zufällig auf Katz von Toitu Design, einem Künstler-Atelier in Whakateiro in Neuseeland. Katz ist waschechter Maori und Künstler. Tätowieren gehört zur maorischen Kunst. Als ich ihn sah, mit seinen warmen Augen, seinen Rastas und seiner gemütlichen Teddybären-Figur, war sofort das Vertrauen da, dass dieser Typ mir das beste Tattoo machen würde, genau so wie es zu mir passt. Ich legte ihm zunächst meine Ausdrucke aus dem Internet hin, worüber er sich sehr amüsierte. Er meinte, das sei kein Maori-Stil, sondern Haiti-Style. Dann notierte er sich meine Anforderungen und zeichnete einen Entwurf auf ein Blatt Papier für die Bedeutungen, die ich ihm genannt hatte. Es sollte die lange Reise, das Meer, den Neubeginn nach der Reise und meine Wenigkeit ausdrücken. Den Entwurf zeichnete er im vom äußeren Rahmen her auf meinen Arm. Anschließend bereitete er mich behutsam auf das vor, was danach folgte. Nämlich zwei Stunden lang feinste Tätowierkunst. Bevor er die Tätowiermaschine aber anlegte, murmelte er eine Art Gebet vor sich hin. Dieses rituelle Vorgehen verschaffte mir noch mehr Vertrauen, konnte meinen Schweißfluss jedoch nicht stoppen. Ich war ziemlich aufgeregt. Aber ich wollte das unbedingt. Katz spürte wohl meine Nervosität und meinte, ich solle ganz normal atmen und versuchen mich zu entspannen. Danach setzte er an, machte einen kurzen Strich, setzte nochmal an und zeichnete noch einen Strich. Danach fragte er mich, ob das für mich ok sei. Mir fiel ein Stein vom Herzen. Denn so harmlos hätte ich mir das nie vorgestellt. Ich spürte beinah nichts und von Schmerz konnte dabei keine Rede sein. Natürlich wurde die Haut dabei ziemlich gereizt, aber ich empfand das nicht als Schmerz. Es war wirklich ok. Auch an den Stellen, wo die Haut weicher war, war es kein Problem.

20100306__Heimkehr 05820100306__Heimkehr 06920100306__Heimkehr 061Das Ergebnis ist in meinen Augen einfach sensationell schön. Ich bin tierisch stolz auf mein spezielles Tattoo. Vor allem aber bin ich stolz drauf, dass ich es von einem echten Maori bekommen habe, mit meinen ganz individuellen Symbolen. Ich freue mich schon voll auf den Sommer. Das ist die beste Erinnerung und der beste Abschluss meiner Reise, den ich mir je vorstellen konnte.

Thank you very much, Katz!

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