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Townsville
Februar 9th, 2010 by DieDiplomandin

Der Weg ist mal wieder das Ziel

20100213_Coolum 026 20100213_Coolum 029 Mein Plan war mehr oder weniger der, auf dem schnellsten Weg ans Meer, weg von der Einöde und dem Regenwald, zu kommen. Daher wählte ich mir als grobe Richtung den nahe am Meer gelegenen Ort Rockhampton. Die Fahrt war, wie seit einigen Tagen, ätzend langweilig. Allerdings änderte sich mit Eintritt in den Bundesstaat Queensland relativ schnell das Landschaftsbild. Es wurde grüner, steiniger,also eher grauer und die Luftfeuchtigkeit stieg an. Die Fahrt war nicht mehr so einsam, denn es waren mehr Autos unterwegs. Man grüßte sich auch nicht mehr, wie während der letzten 3000 Kilometer durch das Desert. Die Umgebung zeigte jetzt Felder und Weiden, viele Rinder von weiß bis schwarz. Allmählich kamen ich durch bergiges Gebiet, teilweise mit Wäldern. So nah beieinander und doch so verschieden sind die Landstriche in Australien.

 

Als mich der Hunger überkam, hielt ich an einem Rastplatz an, wo gerade ein älteres Ehepaar saß und genüsslich ein Bier unter dem Rastplatzdach süffelte. Sie schienen sich an den vielen Mücken nicht sonderlich zu stören. Schnell war das Gespräch da, als ich die beiden fragte, was man denn mit gefrorenen Tomaten noch anfangen könne. Kochen, meinte sie, und ich fand das war eine prima Idee. Jedoch zum kochen hatte ich bei der Hitze keine Lust und daher bot ich ihr die Tomaten an. Die beiden waren mit ihrem Camper unterwegs und hatten ihren Jeep hinten angehängt. Normalerweise kenne ich das andersrum, aber da es ein Wohnmobil war, funktionierte auch diese Variante. Sie erzählten mir wo sie bereits überall waren und empfahlen mir, wo ich noch überall hinfahren sollte. Zum Beispiel nach St.Lawrence. Da seien lauter Leute wie ich, die alleine unterwegs wären. Aha – ne Kontaktbörse, an der Küste. Prima. Dann mal nix, wie hin, dachte ich. Als ich weiterfuhr, winkten die beiden mir noch nach und Glenda rief mir hinterher, ich solche irgendjemand ausrichten, er solle bei sich bleiben oder so etwas. St.Lawrence anzupeilen,  bedeutete aber auch eine kleine Routenänderung. Nämlich geradeaus weiter auf dem Highway, auf dem ich sowieso schon war, zunächst in Richtung Townsville. Aus dem blauen Himmel wurde bald ein ziemlich dunkler Himmel, als das Gewitter aufzog. Bei einem kleinen Nest neben dem Highway, bog ich dann sicherheitshalber ab. Eigentlich musste ich nicht tanken, aber ich hatte Bedenken wegen Stürme, denen ich auf meiner Reise bisher nur auf der Südinsel von Neuseeland begegnet war. An der Tankstelle fragte ich die Tankstellenwärterin, ob ich bei dem Wetter überhaupt weiterfahren sollte. Worauf sie meinte, sofern ich in Richtung Küste fahre, wäre das kein Problem. Es wird nicht schlimm werden. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch setzte ich meine Fahrt fort, immer den Himmel und die Umgebung fest im Visier.

Townsville oder Camping im Treibhaus

20100213_Coolum 030 20100213_Coolum 031Aber die nette Tankwärterin behielt recht. Es kam nur eine kurze Strecke, auf der ich mal von heftigeren Regenfällen durchgeschüttelt wurde, aber sonst war die Fahrt ok. Als es bereits dunkel wurde, hatte ich schon Bedenken, dass ich problemlos einen Campingplatz finden könnte. Jedoch hatte ich Glück und erreichte gegen 22:00Uhr einen der renommierten Big4-Campingplätze, die zwar extra teuer waren, aber dafür zuverlässig sauber und meist extra nett angelegt waren. Um die Uhrzeit spielte für mich jedoch beides keine Rolle mehr, da ich einfach nur froh war in Townsville nicht stundenlang umherirren zu müssen, um einen geeigneten Schlafplatz zu finden. Als ich auf dem Campingplatz jedoch ausstieg, hatte ich das Gefühl, ich stehe im Treibhaus. So feucht war die Luft. Sich außerhalb vom Auto aufzuhalten, schien mir nicht so günstig zu sein. Daher ging ich auch bald schlafen. Am nächsten Morgen wachte ich, wie sollte es anders sein, sehr früh und ziemlich verschwitzt auf. Aber nach einer ausführlichen Dusche war ich, meiner Meinung nach, wieder frisch. Das Frühstück musste mal wieder ausfallen, da es viel zu schwül war, um den Kocher nur für heißes Wasser anzuwerfen. Ich musste mich erst mal akklimatisieren. Beim Check-Out waren meine Haare schon wieder klitschnass und ich sah aus, als ob ich gerade aus der Dusche kommen würde. Dazu trug ich ein kleines Handtuch um den Hals, damit ich mir den Schweiß aus den Augen wischen konnte.  Aber mir war das egal, denn ich habe in meinen CC eine gut funktionierende Klimaanlage, was auf dieser Reise bisher das wichtigste war. Daher nahm ichs gelassen, als mich der Campingplatz-Typ in seiner Klima-Zelle so verwunderlich anschaute und beinahe etwas gesagt hätte. Bevor er etwas sagen konnte, fragte ich ihn nach der korrekten Uhrzeit, denn zwischen dem Northern Territory und Queensland gab es schon wieder eine Zeitumstellung: Genau eine halbe Stunde vor. Das heißt Queensland ist Sydney beziehungsweise New South Wales eine Stunde hinterher. 

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