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Mount Isa
Februar 9th, 2010 by DieDiplomandin

Animals on the road

  Von Tennent Creek ging es relativ unausgeschlafen weiter in Richtung Mount Isa, zum nächsten Meilenstein meiner Reise in Richtung Ostküste. Die Entfernung war ok, so eine Mittelstrecke von 650 Kilometern. Allmählich hatte ich mich warm gefahren und entwickelte mich beinah zum Kilometerfresser. Fahrn, fahrn, immer weiter. Allerdings mehr aus der Hoffnung heraus, der Hitze und den Mücken zu entkommen. Zu sehen gab es auf der Strecke auch nichts neues. Außer vielleicht der riesigen, hellgrünen Schlange, die ich aus weiter Entfernung über die Straße sich schlängeln sah. Mehrere tote Kängurus lagen auf der Straße, die teilweise von Vögeln ausgenommen wurden. Fotos davon zu machen, hielt ich nicht für besonders ästhetisch. Und auch an diesem Tag wollte ich sowieso möglichst das Auto nicht verlassen. Den Geier hätte ich aber doch gerne fotografiert. Leider ist der gerade hochgeflogen, als ich ankam. Er hatte eine Spannweite von mindestens einem Meter. Eine ca. 50 cm lange Echse in beigefarben lief mir über den Weg. Ich konnte gerade noch ausweichen und meinte zunächst, ich wäre ihr über den Schwanz gefahren, aber als ich anhielt und nach ihr Ausschau hielt, war nichts mehr von ihr zu sehen.


John Flynn Memorial-Cache

20100213_Coolum 00220100213_Coolum 004Eine Sache fehlte dennoch hier in diesem Staat. Einen Cache wollte ich unbedingt noch hier im Desert beziehungsweise im Northern Territory machen. Wenn ich weiterdüsen würde, würde ich gleich nach Queensland kommen und dann würde mir der Staat in meiner Sammlung fehlen. Es sollte der Cache am John Flynn Memorial sein. Nichts herausforderndes, was schnelles war genau richtig. Wegen der Fliegen wollte ich nicht unnötig lange suchen müssen. Und es klappte auch auf Anhieb. Schnell war der Cache geborgen und der Tag für mich gerettet.

Seltsamerweise blühte diese Blume in unmittelbarer Nähe vom Cache auf dem vom roten Sand bedeckten kargen Boden. Sah aus, wie eine sehr bezaubernde und verlockende Blume, die jedoch sicherlich sehr giftig ist und die man lieber nicht berühren oder gar pflücken sollte. Stimmt’s?

 

Barkley Roadhouse

20100213_Coolum 005 20100213_Coolum 008 Da mir das Frühstück immer noch abging, fuhr ich beim Roadhouse in Barkley ausnahmsweise mal raus. Und ich hatte Glück. Es war das wirklich schönste und beste Roadhouse auf meiner Strecke durch den Northern Territory. Schon die Einrichtung sprach mich voll an. Am liebsten wäre ich über Nacht geblieben, denn das Roadhouse hatte auch ein Homestead dabei, d.h. es werden auch Zimmer vermietet, die hier in einzelnen Cabins liegen. Wenn ich das geahnt hätte, wäre ich die 100 Kilometer noch weiter gefahren. Denn das Roadhouse sah aus, als ob hier abends der Bär steppt. Wobei man beachten muss, dass die nächste Ortschaft nach links 100 Kilometer entfernt liegt und nach rechts 150 km. Der Burger schmeckte jedenfalls klasse und der Energie-Drink, ein halber Liter übrigens, powerte den versäumten Schlaf der letzten Nacht weg. Zum Essen lief “Ellen” mit ihrer Show im TV. Das war nun der Werbenlock für das Roadhouse in Barkley: Klasse Ambiente, klasse Essen, klasse Bedienung!

38 Grad und Camping in Mount Isa

Weiter ging die Fahrt, bei großer Hitze auf kerzen20100213_Coolum 013 geraden Straßen. Als ich Mount Isa erreichte, stand für mich von vorn herein fest: kein Motel oder Hotel. Nur ein Campingplatz sollte es diese Nacht sein. Es war ein Camping der Kette “Tourist Park”. Einfach, aber gepflegt und vor allem günstig. 15.- AUD, also ca. 10,50 Euro ist preislich sicherlich akzeptabel. Mittlerweile kenne ich das schon hier mit den offenen Camping-Küchen. Es gibt nur eine Überdachung, aber keine Wände. In der Regel gibt es hier einen Kühlschrank und ein Barbeque, also, wie die Grillmeister es bei uns haben, die ihre Würsten darauf brutzeln. Manchmal gibt es dann noch Geräte, wie Wasserkocher oder Mikrowelle. Ein Waschbecken, sowie Tische und Bänke. Hier gab es sogar einen Ventilator. Ich hatte ein paar Kleinigkeiten, wie Scheibenkäse und Brötchen eingekauft und wollte mir eines davon als Abendbrot genehmigen und die restlichen Sachen über Nacht in den Kühlschrank einräumen. Weil rechts wenig Platz war, deponierte ich meine Kühltasche in die linke Seite des großen Fridge. Während ich mein Belegtes aß, grillte ein Australier für sich und seine Frau und ein junger Typ erzählte Geschichten von seinen Reisen. Beispielsweise, wie sie zu dritt im rotationsprinzip 2000 Kilometer am Stück durchs Desert gefahren sind. Einer hat geschlafen, einer hat den Fahrer unterhalten und der Fahrer ist 2 Stunden gefahren. Danach gabs den Wechsel. War wirklich nett mit den Dreien. Nach dem Essen ging ich duschen und dann in meine mittlerweile liebgewonnene Schlafkoje. In dem Auto schläft es sich einfach super gut, sofern die äußeren Bedingungen stimmen. Also normale Innen- und Außentemperaturen. Es hat soviel Platz darin, da kann der Camper von Neuseeland nicht mehr mithalten. Das Bett war unbequem, die Matratze zu dünn und blöd aufgeteilt, dann war das Bett mit 1,80 auch viel zu kurz. In dem kleinen Minicamper ist das echt klasse. Aber eben nur, wenn die äußeren Bedingungen stimmen. Und es wollte und wollte in dieser Nacht nicht abkühlen. Bei 35 Grad half das geöffnete Fenster auch nichts mehr. Morgens, es war vielleicht halb fünf, schlief ich dann doch ein. Und ein paar Stunden später sprengte der Campingplatzmanager den Rasen, so dass ich noch bis neun Uhr weiterschlafen konnte. Kurz vor meiner Abfahrt holte ich meine Kühltasche aus dem Fridge. Dabei stellte ich fest, dass ich die Tasche in den Gefrierschrank gestellt hatte. Und der lies neben den Eiern, die Milch, den Käse, das Cola, einfach alles komplett gefrieren. Das passiert mir auch nicht nochmal.

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