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Melbourne und Box Hill
Januar 23rd, 2010 by DieDiplomandin

Der Duschkopf-Klassiker und ein kurzer Melbourne-Besuch

Am Samstag stand ich früh auf, weil das Frühstücksbuffet im Sunshine Hotel nur bis 09:00Uhr angeboten wurde. Das Büffet war wirklich nicht gerade der Hit, aber für mich ok, zumal ich zur Zeit eher auf dem Abnehmtrip bin und mir durch üppige Frühstücksbuffets nicht auch noch unnötige Pfunde anfuttern möchte. Die Rezeptionistin erklärte mir den Weg zu einem zur Stadt nahegelegenen Parkhaus, aber mich zogs zuerst ins Internet und daher zuerst zum nächsten MC. Die Frage war nun die: Wenn ich jetzt nach Melbourne fahre, wo bleibe ich dann die nächste Nacht? Wenn ich schon mal da bin, sollte ich auf jeden Fall auch die Stadt besichtigen. Aber was gibt es in Melbourne eigentlich zu sehen? Ich suchte und recherchierte und überlegte, wie, was, wo? Schließlich beschloss ich in meiner bevorzugten Hotelkette eine Nacht zu buchen, dort dann gleich einzuchecken, um Gepäck und Auto abzulegen um dann mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu fahren. Gedacht, getan. Das Hotel war sogar um 12.-AUD günstiger, als das Sunshine-Motel, obwohl es viel angenehmer ist.

2010012223_Melbourne 068 Hier stimmt einfach alles. Das Zimmer ist gemütlich im englischen Tudor-Stil eingerichtet mit einem klasse Bett. Das Bad ist ebenfalls klasse, sogar mit Badewanne ausgestattet. Aber am besten gefällt mir der Duschkopf. Kein Schnick-Schnack. Nur mit zwei Mutter einstellbar. Scheint ein Klassiker zu sein. Eventuell besorg ich mir auch einen.

Das Hotel liegt auch noch sehr günstig in einer Vorstadt von Melbourne, namens “Box Hill”, so dass ich mit dem Zug direkt in die Stadt fahren kann und nicht erst mit dem Bus fahren muss, um zum Bahnhof zu gelangen. Summa summarum, einfach supie. Nach dem Einchecken war es dann zwar mittlerweile auch schon wieder halb drei, aber ich zog trotzdem los in die Stadt. Mit dem Zug von Box Hill aus war ich auch in 20 Minuten dort, an der Flinderstreet. Dort besuchte ich zunächst das Info-Zentrum, in der Hoffnung, dass die mir vielleicht noch 1-2 Nächte in einem günstigeren Hotel vermitteln könnten. Konnten sie aber nicht. Melbourne war quasi ausgebucht.Es hätte natürlich noch Zimmer gegeben, aber die lagen dann bei 260.-AUD pro Nacht, was mir die Sache denn auch nicht wert war. Und zwar der “Australian Day”. Sprich der National Feiertag in Australien. Interessiert hätte mich das schon, wie das hier so gefeiert wird, aber nee. Einfach zu teuer. Auf der Straße empfahl mir ein freundlicher Mann die Collinsstreet zum shoppen. Aber was sollte ich denn shoppen, wenn ich doch gerade Geld sparen wollt. So richtig Lust hatte ich nicht zum Geld ausgeben. Aber da mich die Architektur in den Städten immer wieder so begeistert, konnte ich einige Fotos von dem Gemisch aus alt und neu machen, einige Gassen erkunden, die wie bei Harry Potter, in eine andere Welt führen. Bis mir schließlich die Füße brannten und ich wieder mit dem Zug zurückfuhr.

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Die Ente

2010012223_Melbourne 062 2010012223_Melbourne 060 Als ich an der Central Station ausstieg, führte mein Weg zum Hotel zunächst durch die kleine Innenstadt von Box Hill, die, was ich zu dem Zeitpunkt erst richtig registrierte, mit chinesischen Läden übersät war. Sogar an dem Bahnhof gab es eine große Marktpassage, in der China quasi komplett abgebildet zu sein schien. Allerlei Marktstände mit frischen Gemüse, Gemischtwarenhändler, die einfach alles an baten, Massage- und Friseurläden, und noch vieles mehr. Als ich zum Restaurant-Viertel kam, bemerkte ich, dass ich noch nichts den ganzen Tag gegessen hatte und eigentlich enormen Hunger hatte. Das erste Restaurant sah wirklich original chinesisch aus. Von außen konnte ich die Leute sehen, die an einfachsten Holztischen saßen, Tee tranken und mit Stäbchen hantierten. Im Schaufenster hingen glänzende Enten und andere Tiere, daneben eine Liste mit den Tieren und den dazugehörigen Preisen. Das war also die Karte. Ich stellte mir vor, ich könnte die glasierte Ente probieren, mit weißen Reis zusammen wäre das sicherlich eine feine Mahlzeit. Also ging ich hinein. Innen war es voll, der alte Mann hinter der Kasse glänzte ebenfalls, vor Schweiß allerdings. Er grinste mich an und wies mir einen kleinen Tisch direkt neben dem Aquarium  zu, in dem keine Goldfische schwammen, sondern nur traurig drein schauende Karpfenähnliche Fische. Eine junge Chinesin kam sogleich an meinen Tisch, stellte ein Glas mit dampfenden grünen Tee  und eine Schale mit ein paar Stäbchen und einem chinesischen Löffel, so ein tiefer Löffel aus Porzellan vor mich hin. Ohne dass sie fragte, sagte ich nur: “i take the duck with rice”. Sie nickte und verschwand. Ich nippte an dem etwas verfingerten Glas. Heimlich beobachtete ich die Chinesen, die um mich herum an den Tisch saßen und wie sie Stäbchen und Löffel benutzten. Die Methode von dem Typ am Nachbartisch gefiel mir sehr gut. Während er mit den Stäbchen das Fleisch in den Mund schob, schaufelte er mit dem Porzellanlöffel den Reis hinterher. Die Technik war auch für mich machbar. Das Essen wurde im Vorbeieilen mir auf den Tisch gestellt. Nach ein paar Happen war ich teils maßlos begeistert und teils ziemlich enttäuscht. Zum einen war mehr Knochen an den kleinen Fleischstücken, als Ente, zum anderen war das die best gewürzte Ente, die ich bisher gegessen hatte. Zum Reis gab es etwas Gemüse, hauptsächlich Mangold und Fenchel. Die Aromen, die der Ente beigefügt waren, waren einfach phänomenal. Ich futterte, als wenn ich seit Monaten nichts anständiges mehr zwischen die Kiemen bekommen hatte, dachte mir aber dabei auch, dass einfach zu viele Knochen dran waren. Der Wirt kam auf mich zu und fragte mit breitem Grinsen, ob alles ok sei. Aus Versehen sprach ich aus, was ich dachte, nämlich: “too much bones!” Ohne ein Wort zu sagen, drehte er sich sofort auf dem Absatz um und kam kurz darauf mit einem separaten Teller mit etwa derselben Portion an Fleisch wieder zurück. Er entschuldigte sich und stellte mir den Teller hin. Oh-Mann, war das peinlich. So war das nun auch nicht gemeint, dachte ich. Aber nun hatte ich noch eine Portion vor mir. Und auch mein Entschuldigen meinerseits und das bitten, dass es doch nicht so gemeint war, konnte dem guten Mann kein Lächeln mehr ins Gesicht zaubern. Eigentlich wollte ich doch sagen, dass die Ente prima sei. Bei uns in Deutschland ist einfach viel mehr Fleisch an den Enten. Vielleicht sind die mehr gemästet und die hier eben nicht. Damit er aber sah, dass es mir doch schmeckte, aß ich auch diese Portion noch auf. Beim Bezahlen, es kostete tatsächlich alles zusammen nur 8.-AUD, also ca. 5,50 Euro, betonte ich nochmal: very good taste! Aber der Chinese war richtig verärgert. Egal, dachte ich, Hauptsache es hat geschmeckt.

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