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Abenteuerlust und Hitzegrade
Januar 22nd, 2010 by DieDiplomandin

Der Morgen danach

Mitten in der Nacht, oder genauer gesagt um halb sechs in der Früh, wurde ich von einem ohrenbetäubenden Fahrzeuglärm geweckt. Als ich hinten zum CC rausschaute, stand direkt hinter mir hinter dem Gatterzaun, vor dem ich in der Nacht geparkt hatte, ein irre großer LKW mit silberner Schnauze und hupte unüberhörbar. Ich reagierte sofort und hüpfte nach vorn hinters Lenkrad, startete schnell den Motor und fuhr zur Seite. Natürlich wunderte ich mich, wo um Himmelswillen der Laster her kam und wo die Typen herkamen, die den fuhren. Weit und breit sah ich kein Haus, nichts. Vielleicht hatten die schon vor mir hinter dem Zaun geparkt. Wie auch immer. Der eine klopfte dann nochmal bei mir ans Fenster und bedankte sich mit einem breiten Grinsen. Ich grinste zurück und als die Höllenmaschine weg war, legte ich mich nochmal hin und schlief weiter bis nach acht. Da weckte mich dann das Geschrei der Vögel. Also Vögel gibts hier, die habe ich noch nie gesehen. Sehen eigentlich alle aus wie Papageienarten. Auf dem Weg zum Highway kam ich noch durch den Ort, der um die Zeit wie eine Geisterstadt wirkte. Da wehte nur ein leichtes Lüftchen die Strohhalme durch die Straße und die Sonne gab schon ordentlich Gas. So wie ich dann auch.

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Hot, hotter, am hottesten

Nach dem Zähneputzen fuhr ich los. Es hatte morgens um neun Uhr schon etwas über 20 Grad. Klasse, dachte ich und fuhr weiter in Richtung Süden – Melbourne. Das Fahren machte mal wieder voll Spaß, weil die Straßen super gerade waren und die Sonne herrlich schien. Zwischendurch hielt ich an, um Fotos von der Umgebung zu schießen.

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Mein CC hat auch eine Temperaturanzeige und eine Digitaluhr, die natürlich auf die Minute exakt geht. Aber die Temperaturanzeige ist auch super. Zumal mir das wahrscheinlich keiner glauben würde, der gerade im bitterkalten Deutschland sitzt. Es fühlte sich nicht nur so an, es war auch irgendwann über 42 Grad Celsius.

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Die Temperaturanzeige stieg mit jedem Kilometer, den ich fuhr. Deshalb musste dringend Eis in meine Kühlbox. Sonst würde der Eissalat vom Aldi bald nur noch aus welken Blättern bestehen. In einem kleinen Ort an einer Tankstelle erstand ich dann auch einen 5kg Sack Eis. Kostenpunkt 3,80 AUD. Ca. 2,30Euro. Der Sack mit dem Eis schmolz allerdings so schnell, dass ich nach zwei Stunden nur noch Wasser aus der Kühlbox leeren konnte. Die beiden Papageienvögel tranken abwechselnd aus dem tiefen Eimer Wasser. Auf dem Rand sitzend beugten sie sich immer abwechselnd in den Eimer, dass es aussah wie ein Wipp-Spiel.

Schlafplatzsuche in Melbourne

Als ich in Melbourne ankam, begegnete mir ungefähr derselbe Verkehr, wie in Sydney. Allerdings hatte ich den Eindruck, dass die Beschilderung doch etwas einfacher war. Zunächst fuhr ich den Campingplatz an, den ich im Internet entdeckt hatte. Es kostete mich knapp eine halbe Stunde, bis ich mich durch den Großstadtverkehr gequält beziehungsweise orientiert hatte.  Ohne GPS und ohne Ortskenntnisse ist man hier einfach aufgeschmissen. Aber es gibt Tankstellen und manchmal auch Tankwarte, die den Weg easy erklären können. Als ich den Camping endlich erreicht hatte und dort ausstieg und mich die Wärme beinah umhaute, wusste ich nicht, warum ich nicht gleich ins nächstbeste Hotel mit Aircondition eincheckte. Aber ich wollte es eben wissen und fragte nach. Alles ausgebucht, war der Satz, der mir ohne dass ich die Frage stellen konnte entgegen geworfen wurde. Der Typ gab mir aber netterweise noch die Adresse von einem Campingplatz, der wohl garantiert etwas frei hätte. Und als ich wieder im Auto saß, überlegte ich kurz, ob ich den Camping sehen wollte oder nicht. Da der Camping noch weiter außerhalb lag, als der eben, entschied ich mich im nächstgelegenen Motel nach einem Zimmer zu fragen. Im ersten Motel, bei dem die Rezeption schon sehr schmuddelig aussah, kostete das einzige Zimmer, dass die Wirtin noch anzubieten hatte, 85.-AUD. Vom Preis her gerade noch akzeptabel, allerdings konnte die gute mir das Zimmer nicht zeigen, weil sie die Rezeption nicht schliessen wollte. Entweder ich würde das Zimmer gleich nehmen oder ich warte noch eine Stunde bis ihr Mitarbeiter kommt. Da ich weder die Katze im Sack kaufen noch eine Stunde warten wollte, bis es nach acht Uhr ist und dann garantiert keine Zimmer mehr frei wären, zog ich es vor weiterzufahren. Aber ich musste nicht weit fahren, denn gleich nebenan lag bereits das nächste Motel und deren Rezeption war schon viel ansprechender. Die Rezeptionistin hatte auch kein Problem die anderen Gäste zu managen und meinem Wunsch nach einem kurzen Blick in das Zimmer nachzukommen. Und so landete ich, dem Wetter entsprechend, im “Sunshine Motel Melbourne”. Das Zimmer lag im Erdgeschoß, eben ein klassisches Motelzimmer, bei dem das Auto direkt vor der eigenen Eingangstür geparkt wird. Das Zimmer war angenehm kühl, obwohl die Klimaanlage noch nicht mal eingeschaltet war. Der Preis lag bei 117.- AUD mit Frühstück, was zwar absolut nicht in mein Budget passte, aber der kühle Raum zog mich magisch an. Duschen bis zum Umfallen, alle Geräte aufladen, gut schlafen, war die Devise und sonst nichts. Ach-ja, im Fernsehen kam zufälligerweise ein amerikanischer Spielfilm mit Heike Makatsch.

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One Response  
  • Zahnmedizin Kevelaer writes:
    Februar 3rd, 2010 at 03:25

    Wirklich sehr lesenswert! Ich bin selbst Zahnarzt und versuche mich gerade an einem eigenen Blog, da bin ich über interessante Themen immer sehr froh 🙂


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