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Zweiter Tag in Australien
Januar 21st, 2010 by DieDiplomandin

One night in Sydney

20100119_Sydney 011 Am Morgen durfte ich das Frühstücksbuffet plündern, da ich am Vortag mich über die miserable Aussicht von meinem Zimmer aus beschwert hatte.  Eigentlich hatte ich nämlich ein Zimmer mit Blick auf den Hafen oder auf die City reserviert und bekommen habe ich dann ein Zimmer mit zwei Queenbetten und Aussicht auf andere alte Bürogebäude, was mich etwas betrübte. Da der Kühlschrank auch noch leckte, beschwerte ich mich. Da aber alle Zimmer ausgebucht waren, bot man mir zum Trost das “free” Frühstück an. Kam  mir gerade recht. Hätte immer hin auch wieder 15.-AUD gekostet.

Danach gings zur Autovermietung. Zufälliger Weise lag die Filiale von der Vermietung dort in der Nähe, wo ich vor 6 Wochen die ersten drei Tage verbracht habe. Das Taxi übernahm die Autovermietung. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, erhielt ich eine Einweisung in ein mein neues fahrbares Zuhause. Dann erhielt ich Zubehör, wie Bettzeug, Geschirr, Kocher, etc. und los gings zur ersten Kennenlerntour mit meinem neuen Camperchen.

CC – mein Neuer und die erste Nacht

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Meinen Neuen nenne ich einfach CC. Ist nämlich Teil seines Namens. Welche Marke das ist weiß, ich eigentlich nicht, aber ich weiß, dass er einen Opel-Motor hat und man hinten recht komfortabel schlafen kann. Das ist nun Stufe 2 zum Simple Life. Noch mehr Einschränkung. Kein Raum, in dem man stehen, abspülen, kochen oder einfach nur gemütlich sitzen kann, sondern nur eine Schlafmöglichkeit und wenig Stauraum.

Allerdings hat der Kleine auch eine Menge Vorteile:

  • er ist sparsam, braucht auf 100km nur 7 Liter
  • ich kann auch problemlos nur eine tent-site buchen, weils kein Camper ist
  • wenns windet, zieht er nicht so schnell weg
  • er hat ein tolles Vordach
  • er hat eine super Soundanlage

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Für die erste Nacht mit meinem “Neuen” hatte ich mir schon vor sechs Wochen den Camping am Strand von Naarabeen ausgesucht. Den fand ich von der Autovermietung auch relativ schnell, weil die kurz vor Collaroy ihren Sitz hat. Beim Campingplatz angekommen, war ich dann doch etwas über die Preise überrascht. Die wollten doch tatsächlich für einen einfachen Zeltplatz 45 AUD, sprich knapp 30.-Euro. Ich bin fast aus den Latschen gekippt, hab aber den Platz dann doch gemietet, da ich nicht gleich die erste Nacht irgendwo illegal in Australien mit dem neuen Camper stehen wollte. Außerdem war es doch die Probenacht, da wollte ich auch alles am Camper ausprobieren, wie beispielsweise das Sonnendach und die beiden Gasbrenner.


Nachdem ich das alles getestet hatte, war ich voll verschwitzt und ging daher gleich mal an den Strand. Das war der Strand, der ebenfalls ein Meeresschwimmbecken hat. Was ich dann auch gleich ausprobierte. Die Erfrischung war einfach göttlich. Nach all den Strapazen und Aufregungen der letzten Tage tat das einfach voll gut, sich im kalten Nass so treiben zu lassen. Nebenan im Meer tobten derweil die Gezeiten. Die Wellen schlugen hoch, bis ins Becken. Aber wenn man im Meeresschwimmbecken ist, ist das (fast) kein Problem.

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Die erste Nacht war eigentlich ganz ok. Ich würde beinah sagen, sogar bequemer, als im Camper. Aber das kann sein, dass das jetzt täuscht. Weil noch alles neu ist und ich schon irgendwie aufgeregt war. Aber ich war gut ausgeschlafen, als ich um halb acht aufwachte. Das Frühstück fiel recht karg aus, weil ich noch keine richtige Proviant-Ausstattung hatte. Aber ich hatte auch noch nicht den richtigen Laden gefunden, wo man Vorräte gut einkaufen kann. Da der eine Brenner nicht funktionierte und ich noch Handtücher brauchte, fuhr ich einfach direkt noch mal zur Autovermietung. Dort wurde mir auch gleich mit allem bestens geholfen. Den Tipp mit dem günstigen Supermarkt nahm ich dann auch dankend an.

Aldi in Australien und Sydneys Straßen

2010012022_Sydney_Melbourne 049Das war nämlich der Laden mit all den guten Sachen, der Aldi. Und tatsächlich war dort doch vieles um einiges günstiger. Gut bepackt gings dann los.

Zunächst wollte ich, so wie mir bei der Autovermietung empfohlen wurde, den Pacific Highway nach Melbourne runter fahren, jedoch war das leichter gesagt als getan. Zuerst verpasste ich die Ausfahrt und dann kam ich auch noch auf Maut-pflichtige Straßen. Da auf Neuseeland das Handling mit Mautstraßen kein Problem war, weil es zum einen nur sehr wenige davon gab und zum anderen, man die Maut an den Raststätten spontan in cash erledigen konnte, hatte ich nicht daran gedacht, mich darauf irgendwie vorzubereiten. Hier muss man dies entweder telefonisch tun oder online. Aber beides war mir in dem Moment nicht möglich. ich steckte voll im Nachmittagsverkehr von Sydney und war am Rande der Verzweiflung. Eben hatte ich noch das Ticket in Neuseeland wegen Geschwindigkeitsüberschreitung bezahlt, 180NZD, und jetzt fuhr ich hier ohne Maut-Pass auf den Maut-Pflichtigen Straßen. Irgendwo stand sogar die Strafe an. Zufälligerweise trieb mich der Verkehr dann auch noch eine Straße hinunter, wo man, so glaube ich, den besten Blick über Sydney hat. Das war wirklich einzigartig, auch wenn ich mich darüber in dem Moment nicht so richtig freuen konnte. Aber von hier aus konnte man wirklich die Stadt sehen. Also alles was ich am Vorabend nicht sehen konnte.

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2010012022_Sydney_Melbourne 060Hier lies ich für einen Moment mal Maut Maut sein und genoss die City.

Nachdem ich dann noch ungefähr dreimal durch einen Maut-pflichtigen Tunnel hin und her gefahren war, fuhr ich ganz runter von diesen Highway, wo ich auch gleich einen MC entdeckte. Mit dem letzten Tropfen Saft, den mein Akku noch in sich hatte, konnte ich die Registrierung bei der R.T.A. durchführen und meinen CC ordnungsgemäß anmelden. Das mit der R.T.A. hatte mir ein Tankwart erklärt.

Wie auch immer. Danach suchte ich wieder den Pacific Highway und fuhr kreuz und quer, mal auf den Highway, dann wieder runter und allmählich ging die Sonne unter und ich befand mich immer noch irgendwo im Norden von Sydney. An einer anderen Raststätte fragte ich dann einfach mal ganz naiv nach dem Weg zum “Ayers Rock”. Der Typ schaute mich ziemlich entgeistert an. Er war gebürtiger Russe und ist wohl mit 14 Jahren hierher ausgewandert. Wir fanden dann gemeinsam einen alternativen Weg. Ich mixte seinen Vorschlag mit dem Vorschlag von seinem Vorgänger der anderen Tankstelle und fuhr die Nacht durch bis ich total übermüdet. In diesem Zustand steuerte ich den Kaartahana Waterfall an. Es war mehr eine Wette mit mir selbst, ob ich mich trauen würde, in der Pampa, wo sich Fuchs und Has gute Nacht sagen, nur erreichbar über eine staubige unbefestigte Straße, mitten in der Nacht, mein Lager aufzubauen. Aber was anderes war sowieso nicht mehr möglich, weil es schlicht weg einfach zu spät war. Das Bett war schon gemacht, so dass ich nur noch die kleine Verlängerung ausklappen und die Vorhänge zuziehen musste. Beim Einschlafen überlegte ich kurz, ob ich nun Angst haben sollte, als Frau so allein auf weiter Flur, aber den Gedanken verdrängte ich gleich wieder und schlief recht schnell ein.

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