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Auf Abwegen
Januar 8th, 2010 by DieDiplomandin

Featherston

20100108_WelNapier 006 Nach der Nacht auf dem unbekannten Campingplatz wachte ich sehr übermüdet morgens um sieben schon wieder auf. Nahm schnell eine Dusche, packte meine Sachen und fuhr artig zur Rezeption, um meinen Platz dort zu begleichen. Ich rechnete schon mal mit einer horrenden Summe von über 30 NZD, aber wurde dann positiv überrascht, denn es war weniger als die Hälfte. Beim wegfahren sah ich das Elektrizitätswerk, das sich gleich daneben befand. Eine schönere Location hätten die sich für den Campingplatz nicht raussuchen können. Nach ein paar Kilometer erst, fiel mir auf, dass ich noch nicht gefrühstückt hatte und als ich ein Schild mit Parkanlage sah, fuhr ich ausnahmsweise da mal raus. Normalerweise sind die Plätze nicht besonders schön, haben keine Aussicht und sind eigentlich nur für eine Pause von ein paar Minuten gedacht. Aber der Platz war ein kleiner Park. Da niemand da war, baute ich mir meinen Camper direkt vor dem Denkmal an das Featherston Military Camp auf, das mal eine Bedeutung in der Geschichte der neuseeländischen Post spielte. Kochte mir einen Kaffee und frühstückte gemütlich. Eigentlich wollte ich auch ein wenig schlafen, aber das war mir dann doch etwas zu öffentlich. 

Masterton

20100108_WelNapier 008 20100108_WelNapier 010 Die Müdigkeit verflog etwas und die Strecke war äußerst angenehm, da es vorwiegend geradeaus ging und der Wind nachgelassen hatte. Masterton war auch so ein Meilenstein auf dem Weg nach Napier. Ein etwas größerer Ort, wo ich einen Pack’n Save-Supermarkt beim Vorbeiflitzen sah. Da wollte ich doch schon immer mal reinschauen. Schließlich macht der Supermarkt damit Werbung, dass er die günstigsten Preise hätte. Ich war drin und kann nur sagen: er ist eher der teuerste Supermarkt, in dem ich bisher war. Die Supermärkte geben sich hier preislich aber wirklich nichts, so dass es im Grunde egal ist, wo man einkauft. Ein paar Kleinigkeiten habe ich dann auch gekauft, wie zum Beispiel Rindfleisch und jede Menge verschiedene Obstsorten: Aprikosen, blaue Pflaumen, Granni Smith, Tangorinas und Erdbeeren. Alles Obst von Neuseeland. Damit hatte ich meinen Bedarf an Vitaminen gut gedeckt.

 

Schafrennen

Nach weiteren Kilometern rannte auf einmal eine Frau von links mit ihrem kleinen Terrier und einem roten Hütchen, auf dem “Stock” drauf stand, auf die Straße, stellte es ab und rannte weiter auf die rechte Straßenseite hinüber. Kurz danach sah ich wie die Horde Schafe auf die Straße rannte. Innerhalb von Sekunden waren die Schafe auf der anderen Seite bis auf eines, das war auf der linken Seite stehen geblieben. Die Frau rief, aber das Schaf blieb stehen. Dann tapste es ein wenig auf die Mitte der Straße, joggte dann ein paar Meter, blieb wieder stehen und schloss sich dann doch den anderen an. Das war ein niedliches Spektakel, das ich unbedingt festhalten musste.

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Eketahuna oder: der Einsiedler

Unterwegs sah ich ein Schild, auf dem auf Kiwis aufmerksam gemacht wurde. Kurz darauf war ich in Eketahuna. Ein sehr kleiner, wo das Informationscenter direkt am Ortseingang lag. Da mich diese Kiwis schon immer mal interessiert haben, bin ich rein und fragte, wo ich die beobachten könne. Man erklärte mir, dass ich da wieder zurück zum Mount Bruce müsse, einem Gebiet in Pukaha. Dort gäbe es ein Gehege, wo Kiwis gehalten werden. Klasse, dachte ich, so war das von mir auch nicht gemeint. Ich wollte schließlich nicht in den Zoo. Aber anscheinend ist es tatsächlich ist es so, dass man diese aussterbende Spezies bei Tage überhaupt nicht sehen kann, weil Kiwis nachtaktive Vögel sind. Aber einen abgelegenen Campingplatz kannte die nette Mitarbeiterin, die das Büro dort alleine betreibt, auch. Und da bin ich dann auch gleich mal hingefahren. Der Campingplatz war wirklich sehr abgelegen, man hörte zwar die Straße, aber sonst war der Campingplatz, der vom D.O.C. unterhalten wird, komplett leer. An der Küchentür hing ein Schild auf dem stand, dass ein bis zweimal am Tag jemand vorbei kommt und nach dem rechten schaut. Dass außerdem die Nacht pro Camper 4,50Euro kostet und eine Cabin mit einem Stockbett darin auch so wenig. Ich schaute mich um, lugte in das Bad, das zwar eine alte und einfache Ausstattung hatte, aber sehr sauber war. Genauso wie die Küche. Die Umgebung, die leere Wiese mit den Powerstationen, alles tipp-topp. Wie für mich geschaffen, dachte ich, als sich gerade ein grauhaariger Mann aus einer der Cabins räusperte. Kevin, groß, schlank, grauhaarig, ca. Mitte 60 oder so, kam verschlafen heraus und rief gleich laut ein nettes Hallo mir entgegen und ob ich einen Kaffee wollte. Jetzt könnte ich noch sämtliche Details erläutern, aber um es kurz zu machen: wir verabredeten uns zum Abend auf ein Glas Wein. Ich ging nach unserer Plauderei eine Runde in der Umgebung herum und legte mich anschließend schlafen. Nach 1,5 Stunden wachte ich gut ausgeruht wieder auf und musste feststellen, dass es auf dem Platz zwar super idyllisch war, aber auch sehr frisch. Dazu kamen die Insekten, die an meinen Socken Blutspuren hinterlassen hatten. So kurz entschlossen, wie ich mich entschieden hatte da zu bleiben, entschied ich mich nun dazu auf den Wein-Abend mit Kevin zu verzichten und weiter in den Norden zu düsen. Es war schließlich noch früh am Tag und irgendwie war der Anreiz dazubleiben geringer, als der Sonne entgegen wieder ans Meer zu fahren. Dennoch war es eine nette Bekanntschaft, mit diesem Einsiedler, der wohl seit über 18 Wochen über 300 Campingplätze aufgesucht und für den online “Campingguide” dokumentiert hat. Vielleicht sieht man sich irgendwann wieder.

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Fahrn, fahrn, fahrn,..

und es war gut, dass ich weiterfuhr. Denn der Himmel zeigte ein paar Kilometer weiter endlich wieder sein tolles Blau und dadurch, dass ich nun richtig ausgeruht war, machte das Fahren auch wieder Spaß. Es ist schön, wenn man zu nichts verpflichtet ist und alle Freiheiten der Welt hat, jederzeit an jedem Ort zu entscheiden, welchen Weg man einschlägt. Und dies war in dem Moment sicherlich für mich der Bessere.


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Napier

20100108_WelNapier 037Schließlich erreichte ich Napier, eine größere Kleinstadt direkt am Meer. In Napier gibt es ein landkundesmuseum, das unter anderem die Erdbeben dokumentiert. Leider hatte es schon zu und der Abend war auch nicht mehr weit. So beschloss ich einen Campingplatz am Meer aufzusuchen. Und den fand ich dann auch recht schnell. Dort ging dann ein langer und sehr abwechslungsreicher Tag mit vielen Stationen mit einem atemberaubenden Sonnenuntergang zu Ende, den ich direkt am Meer an einem schwarzen Kieselstrand genießen konnte.

 

 

 

 

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