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Von Auckland nach Nelson in 22 Stunden
Januar 1st, 2010 by DieDiplomandin

Taupo

02012010_Southland 011 02012010_Southland 005 Silvester war gerade hier vorbei und hatte in Deutschland noch nicht einmal begonnen, da war ich schon wieder “On the Road again”. Von so einer Strecke hatte ich immer geträumt. Endlich mal eine längere Strecke fahren und nicht nur so kurze Stückchen. Über 600 Kilometer lagen vor mir. Die Fahrt ging von Auckland über Hamilton nach Rotorua, wo ich mir vor ein paar Wochen das Volcanic Village angeschaut hatte, weiter nach Taupo. Irene hatte immer so von Taupo geschwärmt und sie hatte recht. Als sich nach stundelangen Kurven- und Hügelfahren hinter einer hohen Kuppe der Lake Taupo vor der Kulisse der schneebedeckten Vulkane des Tongariro National Parks auftat, staunte ich nicht schlecht über diesen Anblick inmitten des Neuseelandes. Der Anblick des Sees erinnerte mich automatisch an den Züricher oder Luzerner See, aber auch an den Bodensee. Nur mit den schneebedeckten Hügeln dachte ich eben automatisch an Gletscher.


Waiouru

02012010_Southland 018 02012010_Southland 016 Leider war Taupo maßlos überlaufen, so dass es mich sofort weiterzog. Die Vulkane stets im Blickfeld, ging die Tour zunächst an der Westküste des Lake Taupos mit seinem tiefblauen Wasser bis an dessen Südspitze weiter durch kleinere Ortschaften. In Turangi begann dann endlich die gerade Strecke, die mit ihren Kuppen viel Spaß machte zu fahren. Irgendwann veränderte sich das Landschaftsbild von Grün zu Gelb. Das heißt, aus den grünen Weiden wurden gelbe Steppengräser und auch sonst, gab es weit und breit nichts. Die Umgebung lies Wüstenfieber aufkommen. Denn seltsamerweise rückte gerade auf diesem Streckenabschnitt, der nahezu endlos zu gehen schien, die Tankanzeigenadel in Richtung Reserve. Und wieder kam mir der Gedanke “man könnte sich mal einen Reservekanister zulegen” in den Sinn. Endlich, nach vielen Steppenkilometern, erreichte ich Waiouru und konnte das SLAB voll tanken und selbst mal eine Pause einlegen. Immerhin war ich seit meiner Abfahrt über 6 Stunden mit ein, zwei kurzen Stopps unterwegs. Aber der Ehrgeiz war groß und je näher ich Palmerston kam, umso größer war der Ehrgeiz noch bis Wellington weiter zu fahren. Ursprünglich dachte ich nämlich, dass ich eventuell eine Nacht kurz vor Wellington, vielleicht in Palmerston, pausiere, aber nach der Stärkung störte mich eigentlich nur noch der immer stärker werdende Sturm, der meinen hohen Camper hin und her wehte. Es brauchte viel Kraft, um ihn mit 100km/h auf der Bahn zu halten. Schließlich gab ich nach und reduzierte die Geschwindigkeit auf 80km/h, was mich Kraft und Benzin sparen lies. So tuckerte ich durch die Natur, die mittlerweile wieder auf Grün umgeschaltet hatte und das typische Bild Neuseelands mit den sanften, grünen Hügeln zeigte.

Die Fährüberfahrt

02012010_Southland 020 02012010_Southland 028 Gegen halb neun erreichte ich Wellington, in dem ein Tornado zu toben schien, je näher ich der Fähranlegestelle kam. Die Registrierungsstelle für Passagiere war komplett leer, so dass ich sofort dran kam. Als ich mich nach der nächsten Fähre erkundigte, startete gerade die 20:45-Fähre. die nächste Fähre sollte erst um 3:30Uhr nachts gehen. Da ich dennoch froh war noch in derselben Nacht auf die Südinsel übersetzen zu können, bezahlte ich die 25.-Euro für mich und für den Camper 75.-Euro. Danach versuchte ich mir die Zeit im  Camper zu vertreiben. Eigentlich hätte ich gern geschlafen, aber zum einen hielt mich der Sturm davon ab und zum anderen war ich doch aufgeregt. Denn außer einer Mini-Rheinfähre hatte ich mit einem Fahrzeug noch nie eine so große Fähre benutzt. Der Check-In, also das Einreihen in der Schlange, fand schon um 01:30 Uhr statt. Um 03:00 Uhr wurden wir dann auf die Fähre gelotst. So eng war das ganze dann doch nicht. Innen sah die Fähre sehr schick aus. Es gab zwei Geschosse, auf denen die Leute sich verteilen konnten. Verschiedene Getränketheken, an denen man Leckereien kaufen konnte und ein Restaurant, in dem es ebenso lecker roch. Die meisten Passagiere suchten sich jedoch nur einen Schlafplatz und belegten dazu ganze Bänke und Sitzgruppen. Ich war zwar auch schon total im Eimer, aber ich konnte dennoch nicht schlafen. Also schaute ich mir den Comic “Space Monkeys”, oder so ähnlich, an. Beim zweiten Film muss ich dann wohl doch eingenickt sein. Denn als ich aufwachte, fuhren wir bereits in der Seestraße nach Picton ein. Hier konnte ich noch ein paar Fotos von der fantastisch tollen Natur schießen, die sich im frühen Morgengrauen erbot.

Picton

 

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Gegen 07:00Uhr fuhr die Fähre in Picton ein und ein kleiner Zufall entschied, dass ich sofort weiterfuhr nach Nelson. Ziemlich übermüdet erreichte ich Nelson so gegen 09:00Uhr, so dass ich sagen kann, dass ich in 22 Stunden die Strecke von Wellington nach Nelson, inklusive Fährüberfahrt, bewältigen konnte.

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One Response  
  • DieDiplomandin writes:
    August 17th, 2010 at 15:38

    Danke für das Kompliment. Leider ist deine Domain gerade gesperrt. Kannst dich ja nochmal melden, sobald sie wieder verfügbar ist.


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