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Von Rotorua durch den Urewera National Park bis nach Gisborne
Dezember 16th, 2009 by DieDiplomandin

Fährt man von Rotorua auf direktem Wege weiter in Richtung Wairoa kommt man unweigerlich durch den Urewera National Park. Das Gebiet ist die Heimat der Tuhoe-Maori, einem rauen Bergvolk. Heute wird die Region vom DOC, dem Department of Conservation, zusammen mit den Maori verwaltet. Neben den vielen Wasserfällen bietet der Park trekking-Fans eine große Anzahl an Wanderwegen in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Meine Idee war ursprünglich dort wilrd zu campen und einige der kleineren Touren zu machen, aber wie es so oft ist, …

Im Visitor Center des DOC gab mir die Maori-Frau einen Prospekt für die Wanderungen rund um den Waikaremoana Lake, der von dem National Park umschlossen wird, mit und ermahnte mich mit Vorsicht die Straße durch den Park zu fahren. Denn, die Strecke wäre sehr kurvig, es gäbe dort Streckenabschnitte die nicht befestigt wären und an manchen Stellen würde Kühe frei herumlaufen. Alles kein Problem, dachte ich und tuckerte los. Schon zu Beginn der Strecke war ein großes Schild angebracht, auf dem die verschiedenen Ziele in dem Park aufgeführt waren, wobei bei allen Zielen daneben stand “open”. Aha, dachte ich, d.h. die sind auch manchmal gesperrt. Vielleicht zwecks Schnee? Unbeirrt fuhr ich weiter auf der kurvenreichen Strecke. Kein Problem, die Kurven, dann fahr ich eben langsamer. Sie sagte auch, dass ich für die 80km bis zum Waikaremoana Motor Camp wahrscheinlich 3,5 Stunden brauchen würde. Man kommt auch mit 40 km/h vorwärts. Irgendwann kamen dann die Kühe, die tatsächlich halb auf der Straße rumlagen. Vorsichtig fuhr ich auch hier vorbei. Nach einem weiteren Hügel und einer weiteren Kurve kam dann der “unbefestigte” Streckenabschnitt. Unbefestigt entsprach “Schotterweg”. Aber mur Schotter. Und das war dann bei den Kurven überhaupt nicht mehr lustig. Mit teilweise 30km/h rutschte oder besser gesagt, schwamm ich um die Kurven und hoffte, dass bald ein Ende in Sicht wäre. Aber denkste.

Nichts als Schotter und Totarapapa

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Der Schotterweg sollte offensichtlich durch den ganzen Park hindurchführen. Auf eine Rechtskurve folgte sogleich eine Linkskurve und auf eine Linkskurve wieder eine Rechtskurve, usw. Gerade Streckenabschnitte gabs kaum und wenn, dann kam ich ausgerechnet auf denen manchmal so ins Schlingern, dass ich schon den Camper auf der Seite liegen sah. Abenteuer pur. Das war eigentlich nicht geplant. Und Spaß machte mir das überhaupt nicht. Aber wohl den vielen Jeep-Fans, die einem entgegenkamen und dabei die Kurven so schnitten, dass man vor lauter Schreck beinah in den Graben gefahren wäre. mit viel Geduld und Muse tuckerte ich um die Kurven und verdammte die ganze Aktion “Urewera National Park”. Und alles nur, weil ich unbedingt die Wasserfälle sehen wollte. Ärger. Endlich erreichte ich Ruatahuna und hatte damit endlich die Hälfte der Wegstrecke geschafft. Schön war die Umgebung schon und natürlich auch beeindruckend. Aber die Straße nervte mich so sehr, dass ich sie nur noch hinter mit lassen wollte. Irgendwo unterwegs sah ich das Schild Totarapapa Stream und den kleinen Wasserfall im Augenwinkel gerade noch rechtzeitig um anzuhalten. Ob das nun der Wasserfall war, der auf den Prospekten abgebildet war?

20091216_Waikaremoana 060 Kurz darauf zeigte sich auch der See, der Lake Waikearemoana. Da war natürlich die Freude groß, dass der Weg bisher nicht ganz umsonst gewesen war.

 

 

 


 

 

 

Aniwaniwa Falls

Nach, weiß nicht wie viel Stunden, erreichte ich dann endlich Aniwaniwa, unweit meines Ziels, dem Motorcamp in Waikaremoana. In Aniwaniwa ist auch ein Visitor Center für alle Wanderer und Trekking-Freunde. Ich wollte nur ein paar Fotos vom Aniwaniwa-Fluss machen und lies das Visitor Center deshalb aus. Dabei fiel mir das Schild auf, das zum “Aniwaniwa Falls Track” deutete. Wanderungsdauer ca. 20 Minuten. Ups, dachte ich, so ein kurzer Weg und dann auch noch zu dem Wasserfall. Das wenigstens muss jetzt doch sein. Der Weg ging recht steil bergab, aber er war nicht umsonst. Auf einem schönen Waldboden entlang und vorbei an uralten Mammutbäumen, deren Stämme mehrere Meter Umfang betrugen, gelangte ich recht schnell zu dem Aniwaniwa Wasserfall. Es war ein wirklich netter Wasserfall, was die Natur da vorgebracht hat, aber kein sonderbar großer. Von daher war ich froh, dass ich mir nicht eine mehrstündige Wanderung vorgenommen hatte, um hierher zu kommen.

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Der Wasserfall war übrigens mehrstufig. Auf dem rechten Foto ist das Ende der zweiten Stufe zu sehen. Nachdem ich die Bilder im Kasten hatte, war ich richtig froh diese noch gemacht zu haben und fuhr zufrieden weiter.

Waikaremoana Motor Camp

Den Campingplatz in Waikaremoana erreichte ich gegen 15:00 Uhr, also recht früher Nachmittag. Der Campingplatz lag in der Talsenke am Lake Waikaremoana etwas erhöht über einer Sportboot-Anlegestelle. Im Grunde alles recht idyllisch gelegen, wenn da nur nicht dieser Rasenmähermann gewesen wäre, der den Campingplatz mähen musste. Das Tal wäre wirklich sehr schön gewesen, aber dieser Lärm. Ich war genervt von der Strasse, von den vielen Schotter und dann noch von diesem Lärm. Daher zog es mich auch gleich weiter. Ich fragte noch kurz nach, was der Platz gekostet hätte. Wäre mit umgerechnet 6.- Euro nicht mal teuer gewesen, aber musste in dem Moment einfach nicht sein. Außerdem war es noch früh am Tage und auf der Karte sah ich, dass nach Wairoa, das nah am Meer liegt, der Highway (d.h. Bundesstraße) wieder ansetzte. Also machte ich mich weiter auf den Weg und rutschte und schlingerte die Schotterpiste weiter, immer mit einem mulmigen Gefühl im Bauch, dass auch bloß nichts passieren möge. Dabei fing es dann auch noch an zu regnen. Aus dem Regen wurden Hagelkörner und dann wieder heftiger tropischer Regen. Schotterpiste hätte mir gereicht.

Gisborne

20091216_Waikaremoana 102 Wairoa erreichte ich dann endlich nach zwei Stunden Schotterfahrt, unfallfrei und happy. Auf meiner Holiday Park-Map entdeckte ich dann einen Camping Platz mit dem klangvollen Namen “Waikanae Beach Holiday Park” in Gisborne direkt am Meer, das weitere 70 km entfernt lag, aber über eine befestigte Bundesstraße erreichbar war.  Na wenn schon, denn schon, war mein Gedanke und ich fuhr weiter. Eine Stunde später stellte ich endlich den Motor ab, auf dem mir zugewiesenen Platz Nummer 3. Für den Platz mit Strom zahlte ich ca. 9.-Euro plus einer warmen Decke für weitere 3.-Euro. Der Platz beherbergte diese Tage ein Tennis-Camp und somit war eine Menge los.

Aber nachdem die Sonne untergegangen war, kehrte auch auf diesem Campingplatz endlich Ruhe ein und ich wurde mit einer wunderschönen Abendstimmung am Strand wieder versöhnt.

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One Response  
  • Thailand writes:
    März 14th, 2010 at 08:58

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