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Rote Ampeln und Philosophie
Oktober 22nd, 2009 by DieDiplomandin

Bei Rot über eine Ampel zu gehen, war für mich schon immer eine insgeheime Herausforderung. Nicht zuletzt deshalb, weil mir während meiner Studizeit zwei „nette“ Polizisten im Winter morgens um halb acht, als ich mit einer dicken Erkältung gerade auf dem Weg zum Arzt war, an einer absolut leeren Kreuzung, über die ich mit meinem Fahrrad rollte, 50.- wegen Überfahrens einer roten Ampel abgeknöpft hatten. Seitdem habe ich mir zwei Dinge geschworen: gehe immer über Rot, wenn niemand dabei gefährdet wird und biege lieber vorher ab, bevor dich zwei Polizisten im Streifenwagen überholen können, um  dir ein Bußgeld aufzubrummen. Während das zweite seitdem nie wieder vorgekommen ist, da ich dazu gelernt habe (ich schaue nämlich vor dem Überqueren bei Rot nicht nur nach ankommenden Fahrzeugen oder potenziell nachahmenden Kleinkindern, sondern auch besonders nach lauernden Polizisten in startbereiten Streifenwagen), hat sich ersteres beinah fest in meinen Alltag etabliert. Natürlich nur, wenn ich zu Fuß unterwegs bin. Niemals mit dem Auto oder mit dem Moped!

Nun habe ich vor einiger Zeit am anderen Ende der Stadt eine Ampel „kennengelernt“, deren einziger Sinn, meiner Meinung nach, darin besteht, Menschen anzusammeln, um sie dann nach mehreren, endlos langen Warteminuten geschlossen über die Straße ziehen zu lassen. Also wenn weit und breit nichts kommt, und keine Kinder in Sichtweite sind, komme ich mir schon ziemlich bescheuert vor, wenn ich stehenbleibe,  nur weil ein Lichtsignal es vorgibt. Rein rational ist mir das nicht möglich.  Andererseits fühle ich mich nicht wirklich 100 prozentig wohl dabei, wenn über 10 Leute stehenbleiben und nur ich direkt weitergehe.

Bin ich dadurch etwa nicht gesellschaftsfähig oder sogar unsozial? Schon des öfteren habe ich darüber nachgedacht und habe daher mal im Netz etwas recherchiert. Dabei bin ich auf den Blog „mittendrin statt nur dabei“ von dlg gekommen, der sich ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt hat und außerdem auch mit dem Vorwurf: „Wenn das alle machen würden..“. Das verschaffte mir schon eine gewisse Erleichterung. Ich bin also mit meinen Gedanken und meinem Handeln nicht allein. Aber seit ich heute auf einen Buchtipp gestossen bin, fühle ich mich diesbezüglich endlich befreit. Es handelt sich hierbei um ein Wikibooks-Projekt, das sich leicht und locker liest und bei dem man ganz nebenher eine etwas andere Weltanschauung kennenlernt, die mir richtig gut gefällt. Das Wikibuch, das ich meine, trägt den Titel


Es steht online zum freien Download zur Verfügung und natürlich auch zur Mitarbeit. Viel Spaß beim lesen.

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