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In einer Woche zum Mopedführerschein 6/7
Juli 2nd, 2009 by DieDiplomandin

prüfungssituationTheorieprüfung

Gestern Nacht habe ich noch bis 1:30 Uhr die Theoriefragen durchgeackert, bis ich das Licht ausgeknipst hab. Um 5:00Uhr war ich schon wieder wach, weil die Vögel so einen Lärm gemacht haben. Da ich nicht mehr einschlafen konnte, hab ich mir die Bögen weiter vorgenommen und bis 6:30 die letzten offenen Fragen beantwortet. Danach hatte ich noch ein wenig Schlaf, so dass ich 07:45 Uhr vor der Tür stand, wo mich auch gleich Hartmut für unsere heutige Probeprüfung erwartete.

Da wir die einzigen auf dem Platz waren, konnten wir uns ungestört (eigentlich waren wir immer ungestört, oder?) aufwärmen. Danach ging es los mit Prüfling Nr. 1, der die Grundfahrübungen bestritt. Das war Hartmut. Bis auf den langsamen Slalom klappte bei ihm alles auf Anhieb. Danach war ich dran. Bei mir klappte auch alles soweit.

Danach nahm die praktische (Probe-)prüfung ihren Lauf. Es war eine Strecke, die mir gänzlich unbekannt war. Das ist eben der Nachteil, wenn man auswärts seinen Führerschein macht. Bei uns würde ich jeden Winkel und jede Gasse kennen. Aber hier. Trotzdem war es aber eine super Strecke. Keine Situation war stressig oder gefährlich. Alles wunderbar. An zwei Stellen half mir Detlef vorsichtshalber aber doch noch, was ich auch noch brauchte. Die Fahrt war einfach grandios, super schön. Das erste Mal hatte ich wirklich das sichere Gefühl, ich habe die Maschine im Griff und nicht sie mich.

Zum Schluß meinte Detlef dann noch: „und jetzt auf die Autobahn“ . Autobahn? Ah – Autobahn. Ok, zweiter, dritter, vierter, und noch mehr Gas, fünfter Gang und oooh – ein LKW. Also überholen. Blöd, dass vor dem LKW noch drei andere PKW waren. Also die auch überholen. Als ich gerade wieder einscheren wollte, vermisste ich Detlef im Rückspiegel. Oh – abgehängt. Wohl nicht so gut. Dann hörte ich ein „Grrrk – knacks -krrch“. Ich glaube da will mir jemand was ins Ohr sagen, denke ich und fahre etwas langsamer, bis ich Detlef höre und verstehe: „nächste raus.“ Oh-das war aber knapp, nur noch 300 Meter.

Später meinte Detlef, dass das ziemlich daneben war, dass ich noch drei PKW auf einem Stück Autobahn überholen muss, das gerade mal 900 Meter lang war. Sorry, woher sollte ich denn ahnen, dass wir da schon wieder raus fahren. Wie gut, dass das alles heute passiert ist und nicht erst morgen auf mich wartet.

Um zwölf setzen die beiden mich im Bikers Home ab, wo ich erstmal ausgiebig duschen gehe, mir ein Schinkenbrot einwerfe und anschliessend die „Top30 der schwierigsten Fragen“ antue. Alles bestens. Jetzt hab ich nur noch drei offene Fragen, die ich ja noch einen Fahrlehrer gleich fragen kann. Um 13:30 Uhr treffen wir uns am Hotel und fahren geschlossen zum Prüfungsamt. Alle sind da, alle sind pünktlich, bis auf den Prüfer, der die Theorieprüfung bewachen soll. Meine Nerven sind am Anschlag. Um mich abzulenken, nerve ich einen der Fahrlehrer, mit meinen offenen Fragen. Wir warten und warten. Wenn ich noch rauchen würde, hätte ich mit Sicherheit bis dahin schon eine Schachtel aufgeraucht. Der Gedanke wieder zu rauchen, drängt sich mir in der letzten Zeit unangenehmer Weise immer häufiger auf.

Eine geschlagene Stunde später kommt der Prüfer endlich an. Meine Nerven sind mittlerweile zerrissen und stecken im Dickdarm fest, keine Ahnung, irgendwo da und ich denke nur immer wieder: das mussssss jetzt hinhauen. Sonst wars das. Boah – so ein Druck. Wenn ich das gewußt hätte, dann hätte ich vielleicht letztes Jahr schon die Theorieprüfung gemacht. Aber es hilft kein Bangen und kein Zittern. Da muss ich jetzt durch. Oben im Prüfungsraum, der übrigens aus zwei gegenüberliegenden Tischreihen besteht, auf denen Monitore dicht an dicht nebeneinander stehen, davor jeweils eine Maus, sonst braucht man ja nix, nimmt jeder den Platz seiner Wahl ein. Der Prüfer macht seinen Sound-Check, oder sowas. Wurschtelt da ewige Zeiten rum und ich denke nur: „man bin ich aufgeregt, ich könnte jetzt gleich platzen.  Dann fängt der auch noch an zu erklären, wie man in den Anleitungs-Modus kommt und meint gleichzeitig dazu: dass das ja alles selbsterklärend wäre und man sich … blablablubb – „Mann, schalt endlich die Prüfung frei, ich platze sonst! „, schreit mein Inneres. Und dann, dann gehts endlich los. Manche der Fragen kenne ich irgendwie nicht, weiß aber trotzdem die Antwort. Vorsichtshalber lese ich den Text zweimal und die Antworten dreimal durch. Dann komme ich zu den Motorradfragen, die sehr leicht beginnen. Dann in der Mitte jedoch kommt so eine Frage, die ich noch nie (bewußt) gesehen habe. Ist wohl neu dazugekommen, denke ich mir und versuche die Antwort logisch herzuleiten. Die Frage konnte ich übrigens im Fragenkatalog des Online-Systems nirgends finden. Sie muss aber da sein, sonst wäre das Online-System anfechtbar. Die Frage und die Antwortmöglichkeiten waren in etwa so:


Welches Verhalten ist richtig, wenn ihr Fahrzeug anfängt zu pendeln?

  1. Gas wegnehmen, auskuppeln und vorsichtig bremsen
  2. Stärker beschleunigen, um das Fahrzeug wieder in eine stabile Position zu bringen
  3. Gegenlenken und Geschwindigkeit reduzieren

Also ich dachte mir, ich würde auf jeden Fall 3. machen. 1. wäre auch sinnvoll. Also habe ich die beiden angekreuzt. Wie gesagt, bei allen anderen Fragen war ich mir zu 99% sicher, aber bei dieser Frage nur 25%. Dann klickte ich auf „Prüfung beenden“ und stellte mich neben den Prüfer. Ich könnte das jetzt noch voll spannend beschreiben, aber das wird dann vielleicht auch wieder langweilig. Für mich war es jedenfalls super spannend.

Ok: ich habe bestanden. Juhuu!!! Bis auf die fragwürdige Frage war alles komplett richtig. Dadurch dass ich auch 3. ausgewählt habe, war die Beantwortung falsch und es gab 4 Punkte. Später erfuhr ich, das nur 6 Fehlerpunkte maximal zugelassen sind, um noch zu bestehen. Oh-weia, das ging ja gerade noch mal gut. Mir fiel ungefähr eine Tonne Steine vom Herzen und ich jubelte. Aber ich muss jetzt mal ganz offen sagen: Ich habe schon immer solche MultipleChoice-Tests gehasst. Ich ziehe es vor meine Antworten selbst zu formulieren, als anhand solcher Floskeln zu unterscheiden. So ein Feintuning der möglichen Antworten, wo das Wörtchen „sehr“ schon wieder ein Vielfaches beschreiben kann, finde ich nicht besonders geeignet, um herauszufinden, ob jemand die Straßenverkehrsordnung beherrscht oder nicht. Andererseits ist es fair, dass alle denselben Test machen müssen und die meisten Fragen so sind und somit eine Gleichbehandlung für alle in Deutschland lebenden Führerscheinanwärter besteht.

Danach ging es zum Anstossen in den Biergarten von Gernys Kurve, der Bikerkneipe um die Ecke und nicht in der Kurve, sondern an der Geraden. Auch hier war wieder die persönliche Betreuung einfach perfekt: Die Fahrlehrer sassen gut verteilt zwischen ihren Schäfchen und meiner achtete sogar darauf, dass ich nach dem zweiten Pils nicht noch ein drittes bestelle. Wäre auch nicht so gut für morgen, mit einem dicken Kopf zur praktischen Prüfung anzutreten.

Also morgen ist dann der große Tag. Aber ich bin mir schon sehr sicher, dass alles glatt gehen wird. Und wenn ich nervös werde, denke ich einfach an Detlefs Spruch: „Alles wird gut.“

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