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In einer Woche zum Mopedführerschein 4/7
Juni 30th, 2009 by DieDiplomandin

Easy

Easy

Leichtsinn

Nachdem ich gestern Nacht erst so spät ins Bett bin, war ich heute morgen entsprechend müde. Dazu noch die Hitze in dem Dachzimmer, war nicht so ideal. Was würde ich für eine Klimaanlage geben… Was solls, ich bin ja nicht zum schlafen hier, sondern zum Mopedfahren. Juhuu, heute gehts mir irgendwie richtig gut. Zwar ist heute wieder Autobahnfahren dran, aber bei dem Wetter, kommt mir das ganz gelegen. Pünktlich um viertel vor zehn steht Hartmut vor der Tür und wir fahren zum Übungsgelände. Mittlerweile ist der Weg dorthin nicht nur in seinem Navi, sondern auch in seinem Kopf festgespeichert. Wir treffen Detlef am Tor und fahren weiter zum Parkplatz. Dann gehts wieder an die Grundfahraufgaben und ich gestehe Detlef heute, dass ich mir immer noch unsicher bin, mit dem schnellen Slalom und den Kreisen am Ende der Bahn. Detlef’s Methode einem den Slalom beizubringen ist schon effektiv, nur habe ich das eben nicht gleich verstanden.

  • auf 30 km/h beschleunigen, in den dritten Gang hochschalten, dann eventuell Kupplung ziehen, Schlenker nach rechts, um dann den Slalom nach links zu beginnen. Ah-jetzt -ja! Und dann wieder die Kupplung rauslassen, eventuell wieder Gas geben.
  • Und den Kreis am Ende der Bahn im zweiten Gang und nicht im ersten, denn dann ists stabiler. Dabei immer schön zur Mitte schauen beziehungsweise dahin wo man hinfahren möchte.
  • Den langsamen Slalom sowieso ohne Gas. Das braucht man nur, um die Kreiselkräfte zu aktivieren und damit die Stabilität des Mopeds zu sichern. Vorwärts kommt man, indem man die Kupplung etwas kommen lässt. Mit viel Gefühl eben.

Die letzte ist übrigens meine Lieblingsübung geworden. Wer hätte das gedacht, dass ich mal Schrittgeschwindigkeit richtig gut finde. Nach den Übungen gehts wieder auf die Piste und ich weiß was mich erwartet.

Fahrn, fahrn, fahrn – auf der Auto-Bahn. Dieses Mal passe ich mehr auf und ich rase auch nicht so. Versuche einfach flüssig und zielstrebig zu fahren. Alles kein Problem. Ich stelle mir vor, wir wollten nach Spanien ans Meer. So düse ich im Sauseschritt und versuche dieses Gewackle auch mal zu geniesen. Ein inneres Juhee schreit auf, als alles so klappt, wie ich es mir wünsche. Meine Fahrkünste werden immer sicherer und die Zeit rast mindestens genauso wie ich. Mittagessen gibts dann obligatorisch an einer Autobahnraststätte. Kurze Rast und fliegender Fahrerwechsel. Den Rest des Mittags geniese ich die Klimaanlage des Fahrschulautos, das hinter Hartmut erst kurz auf der Autobahn und dann wieder über Land fährt. Mittlerweile ist Hartmut schon ein routinierter Fahrer geworden und ich vermute, dass er früher schon mal auf größeren Maschinen gesessen haben muss oder er ist wirklich ein Naturtalent.

Wieder im Fahrschulhaus angekommen, erklärt uns Gernot, ein anderer Fahrlehrer, die technischen Details am Moped. Witzigerweise waren das genau die Fragen, die ich am Mittag Detlef im Auto gestellt hatte, um mich auch in diesem Bereich auf die praktische Prüfung vorzubereiten. Doppelt hält besser. Jetzt weiß ich, was ich selbst am Moped schrauben kann bzw. darf.


Puh – die Hitze und die letzte Nacht machen mich so träge und ich bin ja sooo müde. Hartmut hat heute abend frei und ich warte auf Detlef für meine letzte Beleuchtungsfahrt.  Kurz vor Einbruch der Dunkelheit kommt er um die Kurve gefetzt und wir holen das Moped ab. Für die Fahrt lotst mich Detlef auf eine gemütliche Straße und ich probiere meine Kurvenlage aus. Auf den Landstraßen zwischen den Dörfern ist Fernlicht unerlässlich, aber das ein- und ausschalten klappt auch prima. Wenn ich daran denke, welche Probleme ich noch vor 4 Tagen hatte, allein den Blinker zu betätigen. Oh-je. Peinsam.

Das orange-farbene Lämpchen zeigt den Reserve-Modus an. Ab da, kann man bei der Honda noch ca. 50 km fahren, jedoch sollte man spätestens nach 20-30 Kilomentern nach einer Tanke Ausschau halten. Und genau so hab ich das auch gemacht. Wir tanken für ein paar Euros und die Fahrt geht weiter.

Die größte Aufregung des Tages folgt kurz nach dem Tanken, als ein PKW vor mir von rechts auf meine Fahrbahn einfährt. „Erst drängelt der sich vor mir rein, dann wirft der Beifahrer seine Kippe mir direkt vors Rad und dann gibt der Fahrer nicht mal Gas. Und dann mit 50 auf der Landstraße rum zu zuckeln, sieht stark nach Blödmann aus.“, denke ich mir voller Empörung. Sogleich beschließe ich daher den PKW zu überholen. Als ich gerade auf die Gegenfahrbahn ausschere, gibt der PKW plötzlich Gas. „So ein Idi“, denke ich noch, als Detlef in tiefster Stimmlage und ermahnenden Unterton meint: „Brech die Aktion sofort ab. Bist du wahhhnsinnig, das sind keine 600 Meter mehr, …Abbbbrecheeeen“. Gleichzeitig sehe ich Scheinwerfer eines entgegenkommenden Fahrzeugs. Aus irgendeinem Grund bekomme ich das Moped nicht gleich nach rechts gelenkt. Da wird mir klar, ich befinde mich auch noch in einer Rechtskurve, die mich abhält spontan wieder auf die rechte Spur zurück zu wechseln. Interessant, wie stark die Fliehkräfte in einer so schwachen Kurve trotzdem so stark wirken.

Als ich wieder in der Spur bin, gibts noch ein paar belehrende Kommentare von Detlef ans Ohr, die seiner Besorgnis starken Ausdruck geben. Also, für einen Überholvorgang sollte man mindestens 800 Meter Sicht und freie Bahn haben. Das ist beinah ein Kilometer. Das merke ich mir und sowas wird mir hoffentlich nie wieder passieren. So ein Leichtsinn und das in meinem Alter.

Trotzdem war das eine wunderbare Nachtfahrt, die saumäßig viel Spaß gemacht.

Danke, Detlef.

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