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In einer Woche zum Mopedführerschein 1/7
Juni 26th, 2009 by DieDiplomandin

schiebungSchiebung

Als ich gestern abend ankam, lernte ich zwei Frauen kennen, die im vorletzten Kurs bei der praktischen Prüfung wegen Lapalien durchgefallen waren. Wir sind dann zu einer Biker-Kneipe in der Nähe gefahren, wo ich einen der Fahrlehrer kennenlernte. Der Fahrlehrer, ein ca. 1,90m groß, schlacksiger Typ, betreut wohl regelmäßig die „Kleinen“. Was natürlich sehr lustig aussieht, wenn so ein Knirps wie ich neben ihm steht. Ich nutzte die Chance und interviewte die beiden Frauen, wie ihnen die Woche so gefallen hatte, was sie alles gelernt haben, ob sie auch so unerfahren vorher waren, was sie nicht so toll fanden, usw. Die Antworten darauf waren überzeugend und überwiegend positiv, so dass mein Gefühl, dass ich hier richtig bin, bestens bestätigt wurde. Im übrigen hatten die beiden heute früh ihre Nachprüfung, die sie auch bestanden haben. Was mich, trotz aller Überzeugung, noch mal aufatmen lies.

Heute vormittag, gegen halb zehn, war Vorstellungsrunde. Insgesamt sind wir 17 Fahrschüler, die alle diese Woche den Führerschein machen wollen. Die Runde ist gut gemischt, sowohl vom Geschlecht her, als auch vom Alter. Von 21 bis 52 Jahren ist alles dabei, ebenso wie die Berufe, die vom  Studenten über die Sachbearbeiterin und einen Ingenieur bis hin zum Arzt reichen. Im Moment kann ich mir noch gar nicht so richtig vorstellen, dass wir zu einer Gruppe zusammen wachsen könnten, geschweige denn in einer Woche wirklich Motorrad fahren können.

Nach der Vorstellungsrunde ging es für das Gruppenfoto nach draußen. Das dient wohl zur Gesichtererkennung und zur Fahrlehreraufteilung. Darüber können die Beinlängen leichter abgeschätzt werden, wodurch wiederum die Zuordnung der passenden Motorräder und damit schließlich die der Fahrlehrer erfolgen kann. An diesem Ablauf merkte ich heute schon wie straff und gut das ganze hier durch organisiert ist. Das gefällt mir.

Anschließend gab es die erste theoretische Einführung. Der Theorieunterricht läuft hier etwas anders, als in gewöhnlichen Fahrschulen. Während dort nämlich in den Abendstunden der Prüfungsstoff größtenteils mit Bildern aus den Fahrbögen erläutert wird, wurde hier bei der Anmeldung ausdrücklich darauf hingewiesen, dass man sich den theoretischen Stoff schon vor Beginn selbständig aneignen muss, da man sonst keine Chance hat die Theorieprüfung zu bestehen. Dazu gibt es neben den Fahrschulbüchern auch ein ausgeklügeltes Online-System, mit dem man schnell an sein Wissensziel kommt. Ich habs noch nicht ganz durch, weil mir immer wieder so viele Dinge dazwischen gekommen sind. Aber immerhin zu 54% der Fragen habe ich schon beantwortet. Und die Formeln habe ich als erstes auswendig gelernt.


Nach der Theorie-Sonderunterrichtsstunde fuhren wir zum nahe gelegenen Hotel, wo es ein Mittagessen gab. Anschließend ging es sogleich zum Übungsgelände, wo wir mit unseren zugeteilten Fahrlehrern unsere erste Einführung ins Motorrad fahren erhielten. Da hatte ich schon Herzklopfen, was aber total unbegründet war, wie ich später sah.

Ich bin mit einem der älteren Fahrschüler in einer Gruppe, obwohl er wesentlich jünger ausschaut, als mancher Arzt hier. Das ist auch gut so, denn ich gehöre ja auch schon zu den etwas älteren. Jedenfalls haben wir dieselbe Beinlänge, so dass die kleine Honda für uns beide ideal ist. Detlef, so heißt unser Fahrlehrer übrigens, zeigte uns als erstes sämtliche Details am Moped, die man als Fahrer so kennen sollte. Danach demonstrierte er uns, wie stabil das Moped schon allein im Stand ist. Und danach gings ans Schieben. Ja, schieben. Wir mußten das Bike in verschiedene Richtungen schieben und austesten, was passiert wenn man die Handbremse dabei zieht. War schon mal seeehr interessant. Während wir unsere Honda noch am schieben waren, sahen wir auch immer wieder andere Fahrschüler aus anderen Gruppen, die bereits am umher fahren waren. Da kam natürlich gleich mal Neid auf, was aber keiner von uns zugeben wollte. Detlef bockte indessen das Moped auf der hinteren Achse auf und zeigte uns das Spiel mit Kupplung und die Reaktion des Getriebes. War auch wieder seeehr interessant. Dann gabs Kaffeepause mit Kaffee und kalten Getränken. Mein Leidensgenosse, Hartmut, und ich fragten uns dabei schon mal: Warum dürfen die anderen eigentlich schon fahren und wir nicht? Das gehört wahrscheinlich so, dachten wir uns.

Nach genügend Kaffee gings wieder zurück in unseren Übungsbereich. Detlef baute Pylonen zu einem Slalom-Parkour auf und fuhr uns diesen mit extremen Slalom-bewegungen ein paar Mal vor. Als ich den Parkour fahren wollte, zeigte Detlef mir diese Fahrtechnik dazu in seiner speziellen Weise. Wie er das machte, beschreibe ich hier nicht. Das soll jeder mal selbst erfahren. Ich kann nur sagen, dass ich dabei etwas ins Kreischen geraten bin, aber auch ein wenig kapiert hab, wie es funktionieren könnte.

So gegen halb sieben war dann Ende mit den ersten Fahrübungen. Hartmut und ich waren etwas ernüchtert oder vielleicht auch etwas enttäuscht oder auch verzweifelt. Und nun haben wir immer noch die Frage: Warum dürfen die anderen schon fahren und wir nicht? Aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Lieber langsam und gründlich, als schnell und unklar.

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