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In einer Woche zum Motorradführerschein
Juni 25th, 2009 by DieDiplomandin

MotorradfahrenWer, so wie ich, den Motorradführerschein nicht zusammen mit dem Autoführerschein machen konnte, hat es später eher schwer diesen nachzumachen. Nicht nur, dass man den gesamten Theoriestoff wieder paucken muss, sondern auch, dass es mit zunehmenden Alter einfach etwas schwieriger wird, bestimmte Fahrtechniken zu erlernen. Da ich zudem berufstätig bin, ist es für mich sehr schwierig, mich auf die Fahrstunden seelisch und moralisch einzustellen, zeitnahe Termine zu vereinbaren und abends direkt nach der Arbeit zur Fahrschule in die langen Theoriestunden rein zu sitzen, anstelle erstmal heim zu fahren und Abend zu essen. Aber alles jammern hilft nicht, wenn man sich jedes Jahr wieder vorsagt, sobald die Straßen wieder halbwegs trocken sind und die ersten Sonnenstrahlen herauskommen, „hätt ich doch nur den Motorradführerschein schon“ und dann neidisch auf die schwärmenden Biker schaut.Letztes Jahr ging ich die Sache daher an und meldete mich bei einer Fahrschule in unserer Stadt an. Der Theorieunterricht war, wie damals auch, langweilig. Zudem saßen vorwiegend 18jährige im Unterricht, von denen einer strebsamer war als der andere. Woher und warum kennen die diese Formeln schon, hab ich mich gefragt. Für die erste praktische Fahrstunde nahm mich mein Fahrlehrer, der Besitzer der Fahrschule persönlich übrigens, auf einer 125er hinten drauf zu einer Sackgasse mit Wendeplattform mit. Er stellte die Hütchen zu einem Parkour auf, fuhr mir einmal die Grundfahraufgaben vor und klebte sich anschließend sein Handy ans Ohr, um dann ununterbrochen zu telefonieren. Ich übte mich derweil im Slalomfahren, Umfahren von Hindernissen, stop-and-go, usw. Nach einer Stunde gings dann wieder zurück, bei ihm hinten drauf. Kein Kommentar zu meinen Fahrkünsten. Wie auch, hatte er ja überhaupt nicht mitbekommen. Am nächsten Tag hatten wir sogleich den nächsten Termin. Dieses Mal durfte ich die 125er allein fahren und er fuhr im Auto vorne weg. Wieder zu der Sackgasse, wieder stellte er die Hütchen auf. Wieder klebte er sich sein Handy ans Ohr, nur dieses Mal blieb er im Auto sitzen. Es hatte angefangen zu regnen. Ich versuchte mich in den Grundfahraufgaben, bei denen ich absolut gar keine Ahnung hatte, was man tun konnte, um mit einem Motorrad ähnlichen Gefährt um diese verflixten Hütchen zu kommen. Der erste Umfaller lies dann auch nicht lange auf sich warten. Ich bremste beim Wenden in einer Kurve und die Maschine fiel zu Boden. Da der Fahrlehrer immer noch in seinem Auto saß, konnte er mich auch nicht sehen. Also beschloß ich die Yamaha selbst aufzuheben, was zur Folge hatte, dass ein Schmerz mir ziemlich heftig in den Rücken fuhr. Ich versuchte mich unter die Maschine zu legen und konnte sie dadurch schließlich aufstemmen. Plötzlich stand der Fahrlehrer neben mir, der sogleich das Toben anfing: Bah, solche Leute wie du brauchen 100 Fahrstunden, was das jetzt wieder kostet. Der Spiegel 5 Euro, der Kupplungshebel 10 Euro, die Fußraste,… Insgesamt meinte er, wäre das nicht so teuer, jetzt noch, aber wenn das schon so los geht, wird das mit Garantie nicht besser. Außerdem wäre es sowieso besser, wenn ich nur den A1-er Führerschein machen würde, da ich ja nicht fähig wäre eine so große Maschine zu fahren. Dazu käme, dass er überhaupt keine Maschine für meine Größe hätte. Mit 165 cm wäre ich kleiner als der Durchschnitt und auf solche Leute wäre er überhaupt nicht eingestellt… Ups.

– Cut –

Nein, nein, nein – so nicht. Das wars, dachte ich mir. Versuchte ruhig zu bleiben, war allerdings immer noch etwas von dem Umfaller geschockt. Am nächsten Tag kündigte ich den Vertrag, was er mit einer extrem trotzigen Art aufnahm.

Auf den Kosten für die Materialien und 70% der Grundgebühr blieb ich natürlich sitzen. Für die beiden Fahrstundentermine hatte ich auch schon 160.- Euro gezahlt, obwohl ich gar nichts, aber rein gar nichts gelernt hatte. Vielleicht bin ich ja wirklich zu doof zum Mopedfahren. Wie gut, dass es Internet gibt. Und siehe da, solche bescheuerte Fahrlehrer, die ihre Fahrlehrerkonzession eigentlich nicht verdient haben, gibt es doch ganz schön häufig. Vielleicht nicht so bescheuert, wie der damals, aber es gibt sie. Aber ich wurde auch noch auf eine andere Art der Fahrschule aufmerksam und rief dort gleich mal an, um alles zu erzählen, was ich eben erlebt hatte. Der Besitzer der Fahrschule war sehr verständnisvoll und meinte, ich solle mich gleich mal bei seiner Schule anmelden. Leider war die Schule schon für Wochen im voraus ausgebucht, so dass ich mir die Ausbildung schließlich auf dieses Jahr verschob.


Und nun ist es soweit. In ca. 2 Stunden komme ich in in dem Nest an. Dort ist sie nämlich, die Ferienfahrschule. Und ich bin schon gespannt wie Harry, was mich da erwartet. Sicher ist: sie haben ein Motorrad in meiner „Kurzgröße“ und sicher ist, wenn ich Probleme mit dem zugeteilten Fahrlehrer habe, gibt es dort noch 12 andere, zu denen ich eventuell wechseln kann. Wohnen werde ich im selben Haus, in dem auch die Theoriestunden stattfinden. Ich denke, das ist am besten. Da kann ich auch mal länger schlafen.

Bin schon voll gespannt, wie die anderen so sind.

Fortsetzung folgt…

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One Response  
  • Peter writes:
    Juli 15th, 2010 at 14:48

    Hallo! Wie teuer ist denn so ein Motorradführerschein? Woran sollte ich mich orientieren? Via Google habe ich nur eine Checkliste für einen Autoführerschein gefunden.
    Bin über jeden Hinweis dankbbar! Viele Grüße Peter


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