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Krebs
April 8th, 2009 by DieDiplomandin

Neulich hatte meine Mutter Darmkrebs.

Wow – hört sich doch so an, wie: neulich hatte meine Mutter Schnupfen? Die betagte Dame ist mittlerweile 71 Jahre, aber trotzdem noch mopsfidel. Sie ist häufig auf Reisen und jobbt nebenbei ehrenamtlich als Stadtführerin. Und genau an ihrem 71igsten Geburtstag erfuhr sie nun, dass sie Darmkrebs hat. Als ich es dann von ihr erfuhr, geriet ich zunächst in Panik. Wir haben nicht soviel Kontakt, aber trotzdem weiß ich, dass sie immer für mich da ist, wenn es brennt. Und nun so etwas. Der Schock saß zunächst tief. Zumal in unserer Familie bisher niemand an Krebs erkrankt war.

Aber Darmkrebs ist wohl heutzutage nichts besonderes mehr. Das heißt, es gehört mit zu den Volkskrankenheiten, bei denen es Verfahrensweisen gibt, die nach Schema F ablaufen. Der Ablauf bei ihr war dann in etwa dieser:

  1. Mehrere Darmspiegelungen, zur Diagnose, vor und nach der OP
  2. Operation,offen-chrirurgische Entfernung des befallenen Gewebes
  3. Adjuvante Chemotherapie mit Tabletten zur Nachsorge

Insgesamt hat das nun ca. 2 Monate gedauert. Für die OP war sie 11 Tage im Krankenhaus und kurz darauf schon wieder voll fit. Sie hat nun eine sehr lange Narbe von dem Bauchschnitt und die Chemotherapie mit Tabletten wird noch ein paar Monate gehen, aber sonst ist sie wie vorher: eben mopsfidel. Und heute feiern sie und mein Vater ihren 50igsten Hochzeitstag.

Einerseits beruhigt mich das ja, dass die „Sache“ bisher so undramatisch verlief, andererseits mache ich mir seitdem auch viele Gedanken, über mein Leben und die Krankheiten, die noch auf mich warten. Bisher hatte ich nämlich so ziemlich alle Krankheiten, die meine Mutter in meinem Alter hatte.

Auf jeden Fall hat es bewirkt, dass ich einmal pro Woche einen vegetarischen Tag einlege, an dem ich eine kohlhaltige Gemüsesuppe koche, die ich über den Tag verteilt esse und sonst auch darauf achte, so oft wie möglich Knoblauch als Würze einzusetzen. Meine Lebenseinstellung hat nun eine andere Gewichtung bekommen. Und irgendwie ist da neuerdings so ein Schalter, der immer öfter klickt, wenn ich mich über etwas belangloses aufrege.

So blöd es auch klingen mag, aber irgendwie hat mir ihr Krebs auch geholfen.

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