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Der biometrische Ausweis und „Influenza Teil II/III“
Februar 9th, 2009 by DieDiplomandin

Freitag, 6. Februar 2009

Der Reisepass muß neu beantragt werden. Blöderweise beherrscht der Grippe-Virus gerade meinen Körper und das sieht gar nicht gut aus, auf dem Foto, das für den Pass bestimmt ist. Egal, ist doch nur für den Zoll und nicht für eine Bewerbung, denke ich. Also schnell die Haare nach hinten hochgesteckt, damit die Ohren auch gut zum  Vorschein kommen und dann blitz-blitz. Vielleicht doch noch mal korrigieren, und wieder blitz-blitz. Auch nicht besser. Wird wohl mit jedem Versuch immer schlechter. Also nehme ich die zweite Version. Das Ergebnis würde ich wohl nicht mal meiner Mutter freiwillig zeigen: Die tränenden Augen und die glänzenden Stellen,  gepaart mit dem tot-ernsten Gesichtsausdruck, lassen mich aussehen wie ein Junkie auf Entzug. Mit dem Verbrecherfoto dann ins Bürgerbüro, dort eine Nummer gezogen und eine der topaktuellen Zeitschriften geschnappt, beginne ich nach 5 Minuten das Hustenkonzert mit einem Solo. Kurz darauf stimmt der junge Mann am anderen Ende des großen Wartebereichs mit einem Unterdrückungsversuch zwangsläufig  ein. Die Chinesin links neben mir folgt mir einem kleinen „hü-hü“, woraufhin der große Pferdeschwanz mit den langen Beinen, die von braunen Schaftstiefeln umkleidet sind, mit einem voluminösen Hustenappell den Anstoß für die anderen kranken und nichtkranken Leidensgenossen gibt. Die Husten-Session dauert für mich gerade mal 35 Minuten, als meine Nummer angezeigt wird.

Zur Erfassung meiner Daten werden meine Zeigefinger biometrisch erfasst, das heißt ein Scanner, in den ich meinen Zeigefinger lege, erfasst das Linienabbild meiner Einzigartigkeit. Ich frage mich, ob die Krankheit dabei einen Einfluß hat. Die Antwort entnehme ich aber mal den Bedingungen biometrischer Charakteristika, die da heißen: Messbarkeit, Universalität, Einmaligkeit und Konstanz. Die Konstanz muss also auch bei Krankheit erfüllt sein. Demnach wird der Fingerabdruck genauso im gesunden Zustand aussehen. 

Na, hoffentlich.


Die Beamtin ist sehr nett und wünscht mir noch gute Besserung. Endlich ist das auch erledigt. Wegen der starken Kopfschmerzen und dem Hustens beschließe ich auf dem Heimweg doch noch kurz beim Onkel Doc einzukehren. Er leuchtet in meinen Rachen und meint er könne aber nichts erkennen und tippt auf  psychosomatisch. Wahrscheinlich wegen des Gesprächs mit dem Vorgesetzten. Er schaut nach gefühlten 3,5 Minuten kurz auf die Uhr und stellt mir dann eine Überweisung zum Neurologen aus. Ob der meine Kopfschmerzen und den Husten heilen kann, frage ich mich. 

11:30 Uhr: Mir wird auf einmal ganz kalt

Ich stelle die Heizung hoch auf 23 Grad, decke mich mit 2 Decken zu, werfe 2 Paracethamol ein und denke, das ist doch keine Einbildung. Ich schlottere und schlafe schließlich vor Erschöpfung ein. Als ich aufwache ist es 13:00Uhr und mein Shirt ist komplett durchgeschwitzt. Das ist aber eine sehr ausgeprägte psychosomatische Form, überlege ich. Vielleicht sind es aber auch die ersten Hitzewallungen, die man irgendwann mal als Frau bekommt. Nicht sehr angenehm, wenn einem dabei die Stirn so tropft. Ein Kollege kommt auf einen Sprung vorbei und ich wundere mich, warum ich mich schon wieder hinsetzen muss. Als er weg ist, lege ich mich ins Bett und schlafe bis 19:00 Uhr durch.  Die Wärme kommt und geht. Plötzlich kommt die Idee auf, mal Fieber zu messen und siehe da: scheinbare 39,6 Grad Celsius zeigt das Thermometer. Jetzt ist alles klar.  Ein Blick bei Wikipedia zeigt zudem, was mich da am Mittag so ins Schleudern gebracht hat, war ein typischer Fieberanfall. Also doch nicht so psycho-fantastisch. fieber_kurve

Weil das Fieber nervt, macht mir mein lieber Mitbewohner Wadenwickel nach Großmutters Rezept. Nach 30 Minuten nerven die nasskalten Lappen an den Waden jedoch so sehr, dass ich beschliesse die Anwendung frühzeitig abzubrechen. Immerhin ist die Temperatur auf 38,8 Grad gesunken. Da mir das ganze aber nicht so gut gefällt und ich nun neben Kopfschmerzen und dem nervigen trockenen Husten nun auch noch mit dem Fieber kämpfe, rufe ich den Teledoktor an. Und der Mann meines Vertrauens empfiehlt: Paracethamol.

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